Donnerstag, 10. Juli 2008

Cyber-Kühe und Mittelaltermusik

Wenn harte elektronische Musik läuft, sind wir Cyber-Kühe in unserem Element. Da flattern unsere Schweißerbrillen, die Gasmasken ächzen, die Neon-Stäbchen pulsieren und unsere Extensions fliegen. Egal ob im Takt oder nicht (viele von uns haben sowieso kein Taktgefühl), den Teletubbie-Tanz bekommen wir immer hin. Damit täuschen wir über unsere eklatante Tanzunfähigkeit hinweg - und wer sich davon nicht beirren lässt, dem verpassen wir mit grellen Neon-Farben Augenkrebs oder führen Übelkeit (bis hin zum Erbrechen) bei unseren Beobachtern herbei, indem wir uns modisch in Extreme begeben. Bei Weibchensind das bspw. Hello-Kitty-Unterhosen, die wir über der Strumpfhose tragen oder trotz unpassender Figur Korsetts, die alles Fett nach oben und unten verschieben. Männchen tragen bspw. lange Lackröcke mit Ausschnitt bis zum Po - dazu stümperhafte Kriegsbemalung und aufgesetzte schwule Aura.

Und wartet nur ab, bis wir zu "mittelalterlicher" oder allgemein nicht-elektronischer Musik tanzen. Spätestens da können wir es nicht mehr verbergen, dass wir nicht tanzen können. Schließlich sieht das Cyber-Gehampel zu Faun, Subway to Sally, In Extremo oder auch ASP gänzlich lächerlich aus.